Der sogenannte Führerscheintourismus war lange Jahre für die deutschen Behörden ein Dorn im Auge, denn immer mehr Deutsche haben einen EU-Führerschein in den benachbarten Eu-Staaten gemacht, weil ihnen in Deutschland der Führerschein entzogen wurde.
Sei es, weil sie zu viele Punkte in Flensburg (im zentralen Verkehrsregister) hatten oder weil sie wegen Trunkenheit am Steuer den Führerschein verloren haben und eine MPU auferlegt bekommen haben. In beiden Fällen muss lange auf den Führerschein verzichtet werden bzw. sogar ein neuer Führerschein beantragt werden. Der Führerschein kann dann aber erst nach einer langen Sperrfrist gemacht werden. Grund genug also um nach anderen Alternativen zu suchen, den Führerschein auf einer anderen Art und Weise und vor allem auch nach kürzerer Zeit wieder zubekommen. Bis zum Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs vom 26.06.2008 konnte man einen EU Führerschein noch „recht problemlos“ machen. So konnte man beispielsweise den EU-Führerschein ohne MPU in Tschechien machen ohne irgendwelche Risiken eingehen zu müssen. Das ist mit dem Gerichtsurteil schwieriger geworden. Seit dem Urteil ist nicht nur eine Meldeadresse im Land, indem man seinen „neuen“ Führerschein machen möchte notwendig, es muss auch ein Wohnsitz nachgewiesen werden und das mindestens 185 Tage lang. Kann der Wohnsitz nicht nachgewiesen werden, kann der Führerschein zwar trotzdem im Ausland gemacht werden, allerdings wird er nicht in Deutschland anerkannt.
Im Internet findet man sehr viele, teilweise auch sehr verlockende, Angebote für EU-Führerscheine, allerdings ist die Glaubwürdigkeit sehr fragwürdig. In den meisten Fällen kostet der EU-Führerschein zwischen 1.500€ und 2.000€. Inwieweit dann aber der „neue“ Führerschein in Deutschland rechtgültig ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt.
Veröffentlicht in Allgemein
26/07 2010


USER COMMENTS
Track comments via RSS